Der Kreisverband von Bündnis 90/Die Grünen Potsdam bedauert, dass für das besetzte Haus in der Tornowstraße 40 keine einvernehmliche Lösung gefunden werden konnte. Hausbesetzungen sind kein rechtlich zulässiges Mittel. Zugleich hat die Aktion auf die dramatische Wohnraumkrise in Potsdam und auf den schwer vermittelbaren Leerstand von Wohnraum beziehungsweise wohnraumgeeigneten Gebäuden aufmerksam gemacht. Die Besetzerinnen und Besetzer zeigten sich friedlich, gesprächsbereit und nachbarschaftlich.
Die Kreisvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Potsdam, Rebecca Lea Freudl, sagt dazu:
„Nach allem, was öffentlich bekannt ist, sind die Besetzerinnen und Besetzer in den vergangenen Tagen ruhig und friedlich aufgetreten, haben den Kontakt zur Nachbarschaft gesucht und ihr Anliegen offen gemacht. Pauschale Zuspitzungen wie der Vergleich mit dem ‚Wilden Westen‘ helfen in dieser Debatte nicht weiter. Sie werden weder dem friedlichen Verlauf der Besetzung noch der sozialen Realität vieler junger Menschen in Potsdam gerecht.
Die Aktion hat auf einen schwer hinnehmbaren Umstand hingewiesen: Bezahlbarer Wohnraum ist kaum zu finden, während zugleich kommunale Gebäude leerstehen oder nicht schnell genug für Wohnraum aktiviert werden. Zudem waren die jungen Leute selbst auf der Suche nach Wohnraum.
Die Räumung ist bedauerlich. Sie beendet zwar die Besetzung, aber nicht den politischen Konflikt und auch nicht die Wohnungsnot, die gerade viele junge Menschen betrifft. Gerade wenn eine Zwischennutzung des bestehenden Gebäudes nach rechtlicher Prüfung der Stadt nicht möglich ist, braucht es jetzt umso schneller Klarheit darüber, wie auf dem Areal bezahlbarer und sozial gebundener Wohnraum entstehen kann und welche rechtssicheren Zwischennutzungen anderer leerstehender kommunaler Gebäude möglich sind. Außerdem braucht es endlich mehr Tempo bei der Aktivierung von Leerstand.“