Nach dem islamistischen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin haben am Montagabend über 600 Menschen auf dem Alten Markt in Potsdam gemeinsam der Opfer gedacht und ein Zeichen gegen Hass und Gewalt gesetzt. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Potsdam beteiligten sich an der Gedenkveranstaltung und bekräftigen ihre queerpolitischen Forderungen:
„Der schreckliche islamistische Anschlag auf queeres Leben in Berlin hat uns und viele Menschen tief erschüttert. Gestern haben wir auf dem Alten Markt deutlich gemacht: Die queere Community steht nicht allein. Gerade in Zeiten, in denen Hass und Gewalt zunehmen, müssen wir als Stadtgesellschaft zusammenstehen – für Vielfalt, für Solidarität und für ein sicheres Leben aller Menschen“, erklärt die Kreisvorsitzende Rebecca Lea Freudl.
„Solidarität darf sich nicht auf Worte beschränken. Queeres Leben muss in Potsdam dauerhaft geschützt und aktiv unterstützt werden“, so Freudl.
Die bündnisgrüne Stadtverordnete Wiebke Bartelt konkretisiert diese Forderung:
„Wer Vielfalt ernst meint, muss sie auch finanziell und strukturell absichern. Queere Menschen brauchen sichere Räume, verlässliche Anlaufstellen und Angebote, die ihren Bedürfnissen gerecht werden. Das ist keine freiwillige Leistung, sondern ein Auftrag an die Kommunalpolitik“.
Benjamin Körner, Stadtverordneter der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Volt, war am Samstag beim Berliner CSD vor Ort und ist noch immer schwer erschüttert von den Ereignissen:
„Dieser Anschlag zeigt: Wir müssen weiter laut und sichtbar sein und für die Gleichberechtigung und Sicherheit queerer Menschen kämpfen. Die aktuelle Richtung der Merz-Regierung, Förderungen in dem Bereich zurückzufahren, setzt dagegen das falsche Signal. Wir als Fraktion in Potsdam setzen uns weiterhin entschlossen für den Schutz queerer Menschen ein – jetzt mehr denn je“.
Der Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Potsdam und die Stadtfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Volt fordern konkrete politische Konsequenzen für den Schutz und die Unterstützung queeren Lebens in der Landeshauptstadt Potsdam:
- den Erhalt und die langfristige Absicherung eines Queerbudgets für Potsdam,
- die Einrichtung eines queeren Jugendzentrums als geschützter Ort für junge Menschen,
- einen Ersatz für die selbstbestimmte Wohngruppe für queere junge Erwachsene aus dem Luise-Henriette-Stift (LA Leander e. V.),
- eine verbesserte Unterbringung queerer Geflüchteter, insbesondere auch für queere Frauen und ihre Kinder.
Uwe Fröhlich, Stadtverordneter der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Volt ergänzt mit Blick auf die Bundesebene:
„Der Trauer folgt die Wut darüber, dass auf Bundesebene Förderungen für Prävention, für Projekte der queeren Community und für Demokratiekultur gestrichen werden. Das befördert Ausgrenzung und Spaltung, statt ihnen entgegenzuwirken. In der Merz-Regierung sollte deshalb ein Umdenken stattfinden und der Ausbau und Erhalt der queeren Projekte oberste Priorität erhalten“.