PM: Rahmenplanung Bornim/Bornstedt: Zuhören, austauschen, gemeinsam weiterdenken

Ein gut gefüllter Stadtteilladen und eine intensive Diskussion:
Bei der öffentlichen Veranstaltung der Ortsgruppe Nord von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Potsdam kamen Bürgerinnen und Bürger, Initiativen und politische Vertreterinnen und Vertreter zusammen, um über die weitere Entwicklung von Bornim und Bornstedt zu sprechen. Die Hinweise und Erkenntnisse aus dem Abend werden in die weitere politische Arbeit einfließen.

Der Stadtteilladen Bornstedt war am Donnerstagabend, 20. August, gut gefüllt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt, um über die Rahmenplanung Bornim/Bornstedt, bestehende Konflikte und mögliche Wege für eine nachhaltige Entwicklung des Potsdamer Nordens zu diskutieren. Unter den Teilnehmenden waren auch Vertreterinnen und Vertreter der Bürgerinitiative „Lebenswertes Bornim-Bornstedt mit dem Erhalt der Lennéschen Feldflur“, der Kleingartenanlage „Am Habichtweg“ und des BUND sowie Mitglieder der Ortsgruppe Nord, des Kreisvorstandes und der Stadtverordnetenfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Volt. 

Im Mittelpunkt stand bewusst nicht die Präsentation fertiger Antworten, sondern das Zuhören und der direkte Austausch. Gerade weil in den bisherigen Ortsteilforen aus Sicht vieler Beteiligter zu wenig Raum für die vertiefte Diskussion von Kritik, Gegenargumenten und Alternativen geblieben war, sollte an diesem Abend das gemeinsame Gespräch im Vordergrund stehen.

Als Ausgangspunkt brachten die Bündnisgrünen ihre Leitlinien für die weitere Entwicklung des Rahmenplangebietes ein:

  • Innenentwicklung vor Außenentwicklung
  • Grünflächen und Kleingärten erhalten
  • Lebensqualität von Anfang an mitdenken
  • Gesamtstädtischen Bedarf im Blick behalten

Ein Schwerpunkt der Diskussion lag auf den Freiflächen im Rahmenplangebiet. Hervorgehoben wurden deren Bedeutung für Arten- und Biotopschutz, Biodiversität, Stadtklima, Lage in der Kulturlandschaft sowie die über Jahre durch Naturverjüngung entstandenen Gehölz- und Waldstrukturen, Streuobstwiesen und Wildwiesen. Breite Kritik gab es auch an einer möglichen Überbauung bestehender Kleingartenflächen. Deutlich wurde, dass die ökologische und soziale Funktion dieser gewachsenen Grünstrukturen erhalten bleiben muss.

Kontrovers diskutiert wurde der vorgesehene Sportplatz an der verlängerten Amtsstraße. Die Positionen reichten von einer grundsätzlichen Ablehnung des Standortes wegen möglicher Auswirkungen auf den Förster-Garten sowie die Lennésche Feldflur über Kritik an Größe und Nutzung bis hin zur Unterstützung zusätzlicher Sportflächen angesichts des großen Bedarfs im Potsdamer Norden. Die Diskussion machte deutlich, wie wichtig es ist, solche Zielkonflikte offen zu benennen und nach tragfähigen Lösungen zu suchen.

„Für uns war es wichtig, nicht nur über Beteiligung zu sprechen, sondern tatsächlich zuzuhören. Der Abend hat gezeigt, wie viel Wissen, Erfahrung und unterschiedliche Perspektiven in Bornim und Bornstedt vorhanden sind. Wir nehmen daraus konkrete Hinweise und offene Fragen für unsere weitere politische Beratung zur Rahmenplanung mit.   Klar ist: Die gesamtstädtischen Bedarfe für bezahlbaren Neubau haben wir im Blick. Genau deshalb braucht es einen differenzierten Blick darauf, wo dafür Natur überbaut wird: Lebendige und blühende Kleingärten, naturverjüngte Waldstandorte oder Biotopverbundachsen sollten ausgenommen bleiben. Welche Funktion diese Räume im Klimawandel haben, ist nach den Hitzetagen der letzten Wochen allen klar geworden – und sie ist auf lange Zeit nicht reproduzierbar“, erklärt Rebecca Lea Freudl, Kreisvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Potsdam.

Silke Reimer, Fraktionsvorsitzende und Stadtverordnete für Bornstedt, ergänzt: „Für mich ist klar: Es braucht einen neuen Blick auf die bisherigen Planungen. Wir wollen neuen Wohnraum schaffen, aber Neubau darf nicht zulasten besonders wertvoller Naturräume und vitaler Kleingärten gehen. Die vielen konkreten Hinweise aus Bornim und Bornstedt werden wir deshalb sorgfältig prüfen und in die Beratungen der Stadtverordnetenversammlung einbringen“, betont Silke Reimer, Fraktionsvorsitzende und Stadtverordnete für Bornstedt”.

Saskia Hüneke, ebenfalls Fraktionsvorsitzende, betont dazu: „Unter anderem werden wir darauf dringen, dass der 2025 von uns mit CDU und SPD eingebrachte Prüfbeschluss zu Bedarf und Planungsalternativen beim Sportplatz Beachtung findet.“

Die weitere Entwicklung von Bornim und Bornstedt muss Wohnraumbedarf, Natur- und Klimaschutz, soziale Infrastruktur, Sportangebote, Verkehr und die Lebensqualität der Menschen vor Ort gemeinsam in den Blick nehmen.