BESCHLUSS: Soziale UND ökologische Gerechtigkeit geht nur mit Neubebauung: Grüne Basis möchte Staudenhof als Modellprojekt für soziale Vielfalt und ökologische Stadtentwicklung

 

Nach langer Diskussion und Abwägung wurde in der gestrigen Mitgliederversammlung der Vorstandsantrag zur "Grünen Zukunft des Staudenhofs" beschlossen. In diesem sprechen wir uns FÜR die Variante einer Neubebauung des Areals des Staudenhofs NUR unter entsprechenden ökologischen (maximaler Einsatz CO2-bindende Baustoffe, Materialrecycling, erneuerbare Energien etc.) und sozialen (sozialverträgliche Mieten, flexible Wohnungsgrößen für gemeinschaftliche Wohnformen, Schaffung nicht-kommerzieller Begegnungsräume) Voraussetzungen aus.

Diese Verknüpfung von sozialverträglichem Wohnen und ökologischem Bauen, hätte es bei einer Sanierung nicht gegeben. Laut den Berechungen der ProPotsdam (auch unter Berücksichtigung aller Landesförderprogramme) wären in diesem Fall keine sozialverträglichen Mieten möglich gewesen. Mit unserem Beschluss sprechen wir uns daher als Bündisgrüne auch klar gegen eine Vorantreibung von Gentrifizierung und sozialer Spaltung in unserer Stadt aus.

Für uns Bündnisgrüne gilt nun, dafür zu kämpfen, dass unsere Forderungen einer klimagerechten und sozialen Gestaltung des Staudhof-Neubaus auch umgesetzt werden. Wie im Antrag ebenfalls festgehalten wurde, werden wir als Bündnisgrüne die Entstehung des Nutzungs- und Gestaltungskonzepts in den nächsten Monaten eng und kritisch begleiten und die Basis darüber entscheiden lassen, bevor es zu einer weiteren Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung kommt.

 

Den Beschluss findet ihr hier als PDF!


 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Potsdam

26.03.2021 – Gemeinsame Pressemitteilung von Kreisverband und Stadtfraktion

In seiner digitalen Mitgliederversammlung hat sich der Kreisverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gestern für eine Neubebauung auf dem Areal des Staudenhofs unter bestimmten Bedingungen ausgesprochen. Nach einem Inputvortrag zur Variantenprüfung der ProPotsdam durch dessen Geschäftsführer Bert Nicke, bei dem ausführlich die jeweiligen sozialen, ökologischen sowie wirtschaftlichen Vor- und Nachteile beider Optionen erläutert wurden, kam es in der anschließenden Diskussion zu einer lebhaften Debatte über Abriss oder Sanierung des Bestandsgebäudes. Ricarda Budke (Mitglied des Landtages), Andreas Rieger (Vertreter des Bundes Deutscher Architekten) sowie die Mitglieder der Stadtfraktion bereicherten dabei die Diskussion mit Hintergrundwissen zur Holzbauweise, neuen Möglichkeiten der novellierten Brandenburger Bauordnung, architektonischen Besonderheiten des Bestandsbaus  und ihrer kommunalpolitischen Perspektive. Zur Abstimmung standen am Ende der Debatte zwei Anträge (einer zur Neubebauung des Areals und einer zur Sanierung) sowie mehrere Änderungsanträge.

Die Mitgliederversammlung stimmte zuletzt mehrheitlich dem Antrag des Kreisvorstandes zu, welcher einer Neubebauung unter Wahrung der sozialen Vielfalt vor Ort sowie bezahlbarem Wohnraum und einer klima- und umweltgerechten Bauweise zustimmt. 

Ken Gericke, Co-Vorsitzender des Kreisverbandes sagt dazu: „ Wir haben uns die Entscheidung über Abriss und Neubau des Staudenhofs nicht leicht gemacht. Schlussendlich überwogen jedoch in der Gesamtschau aller Aspekte die Vorteile einer Neubebauung. So entstehen erstmals Sozialwohnungen und flexible Wohnungsgrößen für mehr Vielfalt in der Potsdamer Mitte. Unter Berücksichtigung des Klimanotstandsbeschlusses sind bei einer Neubebauung für uns zwingend: Materialrecycling, CO2-bindende Bauweise, erneuerbare Energien, grüne Fassaden, und ein öffentlicher Innenhof. Die vorhanden Linden sollen am Leben bleiben!“ 

Saskia Hüneke, Co-Vorsitzende der Stadtfraktion ergänzt: „Kreisverband und Fraktion sind darin einig, dass sich hier die Chance für eine qualitätvolle Innenentwicklung eröffnet, in der gestalterische, soziale und klimagerechte Belange zusammengeführt werden können. Wir werden den gesamten Entwicklungsprozess und insbesondere das B-Plan-Verfahren im Sinne dieses Beschlusses aktiv unterstützen. Zudem werden wir ein Begleitgremium nach dem Vorbild der anderen Baufelder anregen.

 

 

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